Weser Kurier-online 13.12.2016

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Jungfernfahrt im Nahverkehr

Bürgerbus hat am Montag die Linie 223 offiziell in Betrieb genommen – 81 Haltestellen auf 53 Kilometern

Chauffeur Thomas Schalch bei der Jungfernfahrt der neuen Bürgerbus-Linie 223. (JOCHEN BRÜNNER)

Schalch gehört zwar erst seit einem Jahr zum Fahrerteam, ist aber bereits für die Erstellung der Dienstpläne verantwortlich. Und deshalb hat er es sich auch nicht nehmen lassen, bei der Premiere der neuen Linie selbst hinter dem Steuer zu sitzen. Zu den Mitreisenden gehören an diesem Montagmorgen unter anderem der komplette Bürgerbus-Vorstand mit Hanna Otter-Sandstedt, Rolf Kuhlmann und Günther Prüß.

Mehr als ein halbes Jahr haben die Verantwortlichen die neue Linie konzipiert und vorbereitet, haben die Route ausgetüftelt und waren mit der Stoppuhr unterwegs, um einen realistischen, nicht zu sportlichen Fahrplan zu erarbeiten. Die Strecke führt von Rethorn über Hoykenkamp, Elmeloh und Almsloh zum Bahnhof in Ganderkesee, von dort zum Wohnpark am Fuchsberg, über Schlutter bis zum Krankenhaus in Delmenhorst, hinter dem Tiergarten durch Elmeloh und Stenum bis nach Bookholzberg. Und wieder zurück.

Mit einer Streckenlänge von 53 Kilometern und 81 Haltestellen ist die Linie 223 nicht nur die längste der drei Bürgerbus-Linien, nach Ansicht von Hanna Otter-Sandstedt ist sie auch die abwechslungsreichste. „In der Vorbereitungsphase sind wir die Tour bestimmt viermal abgefahren, dazu kamen dann noch die Fahrertrainings“, sagt Kuhlmann. Mehrfach habe man die Route verändert – hier einen Abstecher gestrichen, da einen hinzugefügt. Auf der Karte ergibt die Linie 223 das Bild einer oben offenen Acht. Und auch die Tatsache, dass sie oben offen ist, habe sich erst in einer fortgeschrittenen Phase der Vorbereitung ergeben.

Ursprünglich hatten die Verantwortlichen nämlich vorgesehen, dass der Bürgerbus von der Geschäftsstraße in Bookholzberg weiter zum Startpunkt in Rethorn fahren würde. „Den Abschnitt zwischen Bookholzberg und Rethorn haben wir aber wieder rausgenommen, weil der Bus ansonsten eine knappe Stunde in Rethorn herumstehen würde. Und damit wäre niemandem gedient“, sagt Kuhlmann. Durch die Lösung, den Bus wieder in entgegengesetzter Richtung fahren zu lassen, können Fahrgäste, die etwa vom Wohnpark am Fuchsberg zum Josef-Hospital Delmenhorst wollen, später „auf direktem Weg auch wieder zurückfahren“, erläutert Kuhlmann den Vorteil. Gleiches gilt für Passagiere, die von Hoykenkamp nach Ganderkesee wollen. Auch diese Verbindung habe es bislang im öffentlichen Personennahverkehr nicht gegeben, betont Kuhlmann. Der Zwei-Stunden-Takt, den der Bürgerbus auch auf seinen anderen Linien praktiziert, bleibe dabei erhalten. Insgesamt gibt es sechs Touren am Tag.

Um 7.13 Uhr erreicht die Linie 223 den Bahnhof in Ganderkesee. Der Anschluss zur Nordwestbahn, die um 7.17 Uhr abfährt, passt perfekt. Den Vorstand interessiert bei der Jungfernfahrt besonders, ob der Kommunalservice auch alle Haltestellenschilder rechtzeitig aufgestellt hat. Am Bahnhof Hoykenkamp und an der Raiffeisenstraße fehlt die Beschilderung etwa noch. Trotz der Vielzahl von Stationen auf der Strecke hätten aber nur elf Haltestellen neu eingerichtet werden müssen. „Wir können sehr viele Schulbus-Haltestellen mit nutzen“, sagt Kuhlmann. Überhaupt sei der Bürgerbus teilweise auch bei Schülern beliebt: „Im Gegensatz zum Schulbus hält der Bürgerbus nicht an jeder Milchkanne. Deshalb sind sie mit uns manchmal schneller am Ziel“, erklärt Prüß.

Das DRK-Seniorenheim an der Ellerbäke erreicht der Bus um 7.45 Uhr mit fünfminütiger Verspätung. Ein kleiner Stau auf der B 213 hinter Schlutter wirkt noch nach. Die eigentlich vorgesehene neunminütige Pause fällt deshalb etwas kürzer aus. „Wir haben diesen Schlenker zum Seniorenheim wieder mit eingebaut, weil ihn die Linie 220 mit dem großen Bus nicht mehr fahren kann“, erklärt Kuhlmann. Aber für die Bewohner sei es wichtig, dass sie mit dem Bürgerbus ins Zentrum von Bookholzberg fahren können.

„Wir haben viele Stammkunden. In der Regel kennen wir unsere Fahrgäste“, sagt Otter-Sandstedt. Was im übrigen auch andersherum gilt: So gebe es etwa eine Seniorin, die einen erklärten Lieblingsfahrer habe. „Wenn die Dame sieht, dass der den Bus fährt, dann macht sie sich fertig, dass sie bei der nächsten Tour mitfahren kann“, erzählt die Bürgerbus-Vositzende. Ab und zu gebe es auch Diskussionen um Sonderwünsche der Fahrgäste, etwa das Ansinnen, zwischen zwei Haltestellen auszusteigen. Die Fahrer seien jedoch angehalten, sich darauf nicht einzulassen. „Der Bürgerbus hält nur an Haltestellen“, betont Otter-Sandstedt.

Mitte Januar gibt es für den Bürgerbusverein bereits wieder etwas zu feiern. Dann erwarten die Verantwortlichen die Auslieferung eines neuen Fahrzeuges. „Der alte Bus ist innerhalb von fünf Jahren mehr als 350 000 Kilometer gelaufen“, erklärt Kuhlmann. Dennoch habe der Verein auch für ihn noch einen Käufer gefunden. Eine Familie mit zwei behinderten Kindern werde das Fahrzeug übernehmen. Der Bus verschaffe ihnen nach einigen Umbauten die Gelegenheit, gemeinsam in einem Fahrzeug unterwegs zu sein.

Pünktlich auf die Minute um 8.40 Uhr biegt Thomas Schalch wieder auf die Zielgerade, den Hohenkamp in Rethorn ein. Erste Erkenntnis: Der Fahrplan passt. Die Fahrgäste können kommen. „Zwischen 5000 und 10 000 Passagiere im ersten Jahr wären schon super“, setzt Kuhlmann die Erwartungen bewusst niedrig an. „Die Leute müssen sich erst einmal an das Angebot gewöhnen.“ Aber auch langfristig sei nicht damit zu rechnen, dass die jährlichen Nutzerzahlen deutlich über 10 000 steigen würden. Nach einer kurzen Pause beginnt für Thomas Schalch dann die zweite Runde.

Der ausführliche Fahrplan der Linie 223 findet sich auf der Internetseite des Bürgerbusvereins unter www.bürgerbus-ganderkesee.de.

„Zwischen 5000 und 10 000 Fahrgäste im ersten Jahr wären schon super.“ Rolf Kuhlmann, Bürgerbus-Vorstand

Weser Kurier online vom 18.10.2016

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Bürgerbusverein arbeitet mit Hochdruck an der Linie 223, die ab 11. Dezember ihren Betrieb aufnehmen soll
 
Strecke und Fahrpläne sind schon fertig

Ganderkesee. Mit Hochdruck arbeiten die Verantwortlichen des Bürgerbusvereins Ganderkesee derzeit daran, die neue Linie 223 zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember an den Start zu bringen. „Die Linienführung ist inzwischen fertig entworfen, und wir haben die Fahrpläne mit der Weser-Ems-Bus und dem Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) abgestimmt“, erklärt Rolf Kuhlmann aus dem Vorstand des Bürgerbusvereins. Lediglich mit der Delbus stehe noch ein Gespräch aus. Entscheidend für den Start der neuen Linie 223 aber ist die Genehmigung der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), die Kuhlmann für Anfang bis Mitte November erwartet. Grundsätzlich sei das aber eher eine Formsache.

Nachdem das Bürgerbus-Team die Linie 220 im August verabschiedet hat, freuen sich die Verantwortlichen nun darauf, dass es ab 11. Dezember mit der Linie 223 weitergeht. (Ingo Moellers)

Eine möglichst frühzeitige Genehmigung sei auch deshalb wichtig, weil die Gemeinde bis Dezember noch deutlich mehr als zehn neue Haltestellen einrichten müsse. „Das muss nicht gleich überall mit Hochpflasterung und Wartehäuschen sein, zur Not tut es am Anfang auch einfach ein Schild“, sagt Kuhlmann.

Die Linienführung haben die Verantwortlichen noch einmal geringfügig geändert. „Alle wichtigen Punkte bleiben natürlich drin, aber die kleinen Änderungen bringen in der Summe doch fünf bis zehn Minuten. Damit stellen wir sicher, dass die Linie nicht überfordert ist“, erklärt Kuhlmann. So werde die Linie 223 etwa das Werkstattprojekt der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) an der Westtangente anbinden. Wie berichtet, soll der Bürgerbus vom Start in Rethorn zunächst über die Nutzhorner Landstraße und die Schierbroker Straße bis zum Bahnhof Hoykenkamp fahren. Über den Hohenborn und die Almsloher Straße geht es von da aus zum Bahnhof Ganderkesee. Weiter auf der Route liegen der Wohnpark am Fuchsberg, das Einkaufszentrum Neues Deichhorst und das Josef-Hospital Delmenhorst. Von dort fährt der Bus über Elmeloh nach Bookholzberg und zum DRK-Seniorenheim, ehe er zu seinem Ausgangspunkt in Rethorn zurückkehrt. „Der Verkehr zum Krankenhaus wird in den kommenden fünf Jahren eine erhebliche Rolle spielen“, ist Kuhlmann überzeugt. Aber auch in der Querverbindung zwischen einigen Ortsteilen bedeute die neue Linie einen echten Gewinn. Kuhlmann: „Ich glaube, dass wir mit der Linie 223 erneut ins Schwarze treffen werden. Da geht es höchstens noch um kleine Schleifen. Aber erstmal werden wir uns das nach dem Start sechs oder zwölf Monate lang angucken.“

Kuhlmann ist sich durchaus bewusst, dass der Bürgerbusverein durch die Fahrgastzahlen auf der Linie 220 verwöhnt ist: „Die werden sich auf der Linie 223 so ganz sicher nicht wiederholen“, will er die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Mehr als 10 000 Fahrgäste im Jahr seien auf der neuen Strecke nicht zu erwarten. Einerseits hat die Übergabe der Linie 220 an die Weser-Ems-Bus das Bürgerbus-Team erheblich entlastet, andererseits sind damit aber auch rund die Hälfte der Einnahmen aus dem Fahrkarten-Verkauf weggebrochen. Doch nachdem sowohl die Gemeinde als auch der Landkreis Oldenburg ihre Zuschüsse für das kommende Jahr und die neue Linie zugesagt hätten, sei das Vorhaben finanziert – auch wenn Kuhlmann gegenwärtig noch mit möglichen Sponsoren im Gespräch ist.

„Obwohl wir gegenwärtig ja nur mit der halben Mannschaft fahren, suchen wir trotzdem neue Fahrerinnen und Fahrer für die neue Linie, weil einige Personenbeförderungsscheine demnächst auslaufen und die Betroffenen auch nicht bestrebt sind, sie zu verlängern“, sagt der Bürgerbus-Vorstand. Interessenten können sich an den Bürgerbus-Verein unter der Rufnummer 0 42 23 /  85 75 wenden.

Weser-Kurier online 09.08.2016

von Jochen Brünner

Bürgerbusverein Ganderkesee will zum Fahrplanwechsel im Dezember die neue Linie 223 in Betrieb nehmen
Eine große Schleife bis zum Josef-Hospital Delmenhorst

 

Ganderkesee. Nachdem der Bürgerbusverein Ganderkesee die Linie 220 in der vergangenen Woche an den Betreiber Weser-Ems-Bus übergeben hat (wir berichteten), hat sich der Vorstand am Montag mit Vertretern der Verwaltung, der Weser-Ems-Bus, des Zweckverbandes Verkehrsverbund Bremen-Niedesachsen (ZVBN) und des Gemeinderates getroffen, um eine neue Route vorzustellen, die der Bürgerbus voraussichtlich ab dem Fahrplanwechsel im Dezember betreiben will.

In der vergangenen Woche hat sich der Bürgerbusverein von der Linie 220 verabschiedet. Im Dezember will der Verein die Linie 223 in Betrieb nehmen, die unter anderem auch das Josef Hospital Delmenhorst und das Einkaufszentrum Neues Deichhorst ans Bürgerbus-Netz anbindet. (Ingo Moellers)

Insgesamt beschreibt die neue Linie, die dann die Nummer 223 tragen wird, eine große „Acht“. Vom Start in Rethorn führt sie zunächst über die Nutzhorner Landstraße und die Schierbroker Straße zum Bahnhof Hoykenkamp. Über den Hohenborn und die Almsloher Straße geht es von da aus zum Bahnhof Ganderkesee. Weiter auf der Route liegen der Wohnpark am Fuchsberg, der Schlutterweg, die B 213, das Einkaufszentrum Neues Deichhorst und das Josef-Hospital Delmenhorst. Von dort fährt der Bus durch Elmeloh über die Elmeloher und die Stenumer Straße nach Bookholzberg und zum DRK-Seniorenheim an der Ellerbäke, ehe er zu seinem Ausgangspunkt in Rethorn zurückkehrt. Die Strecke sei problemlos im Zwei-Stunden-Takt zu bewältigen, heißt es in einer Mitteilung des Bürgerbusvereins.

„Bei der Planung der Linie haben wir zehn verschiedene Varianten unter 18 verschiedenen Kriterien betrachtet“, skizzierte Günter Prüß, dritter Vorsitzender des Bürgerbusvereins, die Entstehung der Route. Wichtig sei den Verantwortlichen gewesen, keine Konkurrenz zu den Angeboten der Weser-Ems-Bus und der Delbus zu schaffen. Der Vorstand habe sich in der Streckengestaltung von den Umsteigemöglichkeiten zur Bahn und zu Buslinien leiten lassen, aber auch von Haltepunkten mit hohem Fahrgastinteresse (Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, öffentliche Einrichtungen) sowie von dem Ziel, Wohngebiete mit Fahrgastinteresse (Seniorenresidenzen, Neubausiedlungen, Wohngebiete mit älteren, nicht mehr autofahrenden Anwohnern) zu bedienen.

Da von allen eingeladenen Vertretern ein positives Feedback kam, werde sich der Vorstand nun intensiv mit der Feinplanung der Route (Haltestellen, genauer zeitlicher Ablauf) beschäftigen, kündigte Günter Prüß an. Wichtig sei nun noch, dass die Gemeinde weiter wie bisher ihren Beitrag leiste. Auch für die Linie 223 kalkuliert der Bürgerbusverein mit Zuschüssen in Höhe von 12 500 Euro pro Jahr. Das Thema solle zeitnah im Finanzausschuss beraten werden.

Weser-Kurier vom 03.06.2016

Weser-Ems-Bus übernimmt Linie 220 – ohne den Abstecher nach Bergedorf

                        „Ganz viel richtig gemacht“

Ganderkesee. Selbst Verkehrsplaner Rainer Schwerdhelm, der eigentlich zu einem völlig anderen Thema am Mittwochabend an der Sitzung des Ausschusses für Straßen und Verkehr teilnahm (siehe nebenstehenden Bericht), zeigte sich beeindruckt: „In vielen Kommunen funktioniert der Bürgerbus nicht. Warum er in Ganderkesee funktioniert, ist nicht einfach zu erklären. Offenbar machen Sie ganz vieles richtig“, sagte er. Einstimmig hatten die Kommunalpolitiker zuvor beschlossen, dass die Linie 220 (Rethorn – Bookholzberg – Ganderkesee – Falkenburg – Ganderkesee), die bislang der Bürgerbus bedient hat, aufgrund der großen Nachfrage ab dem Fahrplanwechsel am 4. August künftig von der Weser-Ems-Bus GmbH betrieben werden soll. In diesem Zusammenhang bewilligte der Ausschuss auch jene 27 000 Euro, die der größere Bus die Gemeinde mehr kostet.

Wie Stefan Bendrien vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen (ZVBN) erläuterte, will das Busunternehmen auf dieser Strecke künftig einen Midi-Bus einsetzen, der über 26 Plätze (davon etwa die Hälfte Stehplätze) verfügt. Im Bürgerbus konnten bislang nur acht Passagiere befördert werden. Allerdings ist der Betreiberwechsel auch mit Abstrichen verbunden: Bürgerbus-Vorstand Rolf Kuhlmann erläuterte, dass es unwirtschaftlich sei, den großen Bus auch über Bergedorf und Immer fahren zu lassen – unabhängig von der Tatsache, dass man den Ortsteil Immer ja erst kürzlich ans Liniennetz angebunden habe. Aber außer einem Strohfeuer-Effekt zu Beginn habe es in diesem Bereich nur eine sehr geringe Nachfrage und keine konstanten Zahlen gegeben, berichtete Kuhlmann. „Aber wir werden versuchen, mit neuen Konzepten die eine oder andere Lücke, die jetzt entstanden ist, wieder zu schließen“, versprach er. Darüber hinaus blieben jedoch der Zwei-Stunden-Takt sowie sämtliche Übergänge und Anschlüsse auch mit dem neuen Betreiber erhalten.

An einigen Stellen müsse die Strecke jedoch geringfügig begradigt werden, da der größere Bus nicht so wendig sei. So sei es etwa nicht möglich, dass der Weser-Ems-Bus die Straße An der Ellerbäke in Bookholzberg befahre, weil er dort nicht wenden könne. Hanna Otter-Sandstedt, Vorsitzende des Bürgerbusvereins, brachte die Idee ins Spiel, dass der Bus deshalb bis zum Landcafé Löwenstein fahren und dort wenden solle. Dazu müsste an der Huder Straße auf Höhe der Straße An der Ellerbäke eine neue Haltestelle geschaffen werden. Auch an der Kreuzung Stedinger Straße/Huder Straße werde voraussichtlich ein neuer Stopp eingerichtet.

„Es fällt mir keineswegs leicht, diese Linie abzugeben, aber wir konnten das einfach nicht mehr wuppen. Sämtliche Fahrer fühlen sich entlastet – und wir vom Vorstand auch“, sagte Bürgerbus-Vorsitzende Hanna Otter-Sandstedt in der Sitzung.

Großer Diskussionsbedarf ergab sich auch um die Frage, ob der Weser-Ems-Bus auch weiterhin sogenannte Elektro-Scooter befördere, wie es der Bürgerbus tut. Gegenwärtig sei das dritte Gutachten in Arbeit, das ermitteln soll, wer befördert werden dürfe und wer nicht, erklärte Bendrien. Im Augenblick gelte deshalb noch die Regelung, dass der große Bus keine Elektro-Scooter mitnehmen dürfe. „Ich weiß, dass das ein unhaltbarer Zustand und eine sehr unbefriedigende Regelung ist, aber ich hoffe, dass wir das Thema bis zum Jahresende klären können“, sagte der Vertreter des Zweckverbands.

„Wir nehmen die Scooter seit Jahren mit, und es ist auch noch nie etwas passiert. Ich würde mir wünschen, dass das auch in Zukunft der Fall sein könnte“, meinte Otter-Sandstedt. Ihrer Ansicht nach ließen sich in den Bussen relativ unproblematisch Drei-Punkt-Gurte installieren, mit denen die entsprechenden Fahrzeuge gesichert werden könnten.

Auf die Frage der FDP-Fraktionsvorsitzenden Marion Daniel nach den „weiteren Plänen“ des Bürgerbusvereins konnte Otter-Sandstedt im Ausschuss jedoch noch keine konkrete Antwort geben. Zwar gebe es schon konkrete Pläne für eine neue Linie, doch seien die erforderlichen Vorbereitungen nicht bis zum 4. August zu schaffen. Als Sofortmaßnahme werde der Bürgerbus ab dem Fahrplanwechsel auf der Linie 222 die erste Tour durch Elmeloh wieder als Tandem fahren, weil auch dort die Nachfrage steige.

Otter-Sandstedt stellte jedoch auch klar, dass der Zuschuss, den die Gemeinde dem Bürgerbusverein zahlt, auch in Zukunft Voraussetzung für den weiteren Betrieb bleiben werde. Der Zuschuss stand am Mittwoch aber nicht zur Diskussion, wie Fachbereichsleiter Peter Meyer bekräftigte, sondern wird erst wieder bei den Beratungen für den Haushalt 2017 aufgerufen. Doch auch der Politik ist längst bewusst, dass der Bürgerbus inzwischen ein solches Aushängeschild für die Gemeinde Ganderkesee geworden ist, sodass es sehr unwahrscheinlich ist, dass man dem Verein die erforderlichen Mittel verweigert.

„Es fällt mir nicht leicht, diese Linie abzugeben.“ Hanna Otter-Sandstedt, Bürgerbusverein

DK-online 01.06.2016

Linie 220 in Ganderkesee künftig auf kürzerer Route

Ganderkesee. Die Weser-Ems-Bus GmbH (WEB) wird ab dem 4. August die BürgerBus-Linie 220 übernehmen und auf der Strecke künftig einen Midibus mit 13 Sitz- und 14 Stehplätzen einsetzen. Dafür haben sich die Mitglieder des Straßen- und Verkehrsausschusses am Mittwochabend einstimmig ausgesprochen. Gleichzeitig haben sie zugestimmt, den Gemeindeanteil für die derzeitige Tandem-Lösung und weitere Kosten in Höhe von insgesamt 27000 Euro über den Nachtragshaushalt 2016 bereitzustellen.

 

Mit dieser Entscheidung verabschiedet sich der Verein BürgerBus Ganderkesee von dieser Buslinie. Außerdem verabschiedet sich die WEB von den Bürgern der Ortschaften Steinkimmen, Bergedorf, Bürstel und Immer. Dort habe es „sehr geringen Erfolg“ und „keine konstanten Zahlen“ gegeben, sodass sich Touren mit einem größeren Bus dorthin aus wirtschaftlichen Gründen nicht lohnten, erklärte BürgerBus-Vorstandsmitglied Rolf Kuhlmann.

 

Es gibt bereits Ideen für eine neue BürgerBus-Linie

Gleichwohl wies Hanna Otter-Sandstedt, ebenfalls Mitglied im Vorstand, darauf hin, dass der Verein bereits Ideen für eine neue BürgerBus-Linie habe. Schließlich gebe es Ortschaften, die bisher noch nicht bedient worden seien. Allerdings sei die Umsetzung bis zum Fahrplanwechsel Anfang August nicht möglich, weil noch viele Details abgestimmt werden müssten.

 

Bus fährt nicht mehr direkt zur Wohnanlage Ellerbäke

Ansonsten werde sich auf der Route mit den angesteuerten Orten Ganderkesee, Falkenburg, Bookholzberg und Rethorn kaum etwas ändern, abgesehen von den Haltestellen an der Ellerbäke und bei der Volksbank in Bookholzberg. Der größere Bus könne beispielsweise bei der Wohnanlage nicht wenden. Deshalb müssten neue Haltestellen gefunden werden – möglicherweise an der Huder Straße sowie nahe der Kreuzung Huder Straße/B212.

 

Scooter werden laut ZVBN vorerst nicht mitgenommen

Keine guten Nachrichten gab es gestern für behinderte Menschen, die mit einem Scooter unterwegs sind: Laut Stefan Bendrien vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) werden Scooter bis zu einer endgültigen Regelung, die bis Ende des Jahres vorliegen soll, „aus Sicherheitsgründen“ nicht im Bus mitgenommen.

Weser-Kurier 31.05.2016

Bürgerbus kann Nachfrage nicht mehr bedienen / Ab August großer Niederflur-Bus im Einsatz

Weser-Ems-Bus soll Linie 220 übernehmen

Zwei Bürgerbusse reichen auf der Linie 220 längst nicht mehr, ab August soll hier ein großer Bus rollen. (Ingo Moellers)

Ganderkesee. Aufgrund der sprunghaft gestiegenen Fahrgastzahlen wird die Weser-Ems-Bus GmbH zum Fahrplanwechsel am 4. August aller Voraussicht nach die Linie 220 (Rethorn – Bookholzberg – Ganderkesee – Falkenburg – Ganderkesee) übernehmen, auf der bislang der Bürgerbusverein Ganderkesee unterwegs gewesen ist. Das geht aus der Vorlage der Gemeindeverwaltung für die Sitzung des Ausschusses für Straßen und Verkehr am morgigen Mitwoch (Beginn: 18 Uhr im Rathaus) hervor.

Inzwischen hätten Fahrgastzählungen ergeben, dass die Nachfrage weiterhin steige und selbst der Midibus, der seit April als Interimslösung eingesetzt werde, als Tandemfahrzeug nicht immer ausreiche. Insbesondere auch im Hinblick darauf, dass der Bus häufig Menschen mit Rollstühlen, Rollatoren und Kinderwagen befördere. Aus diesem Grund sei in Gesprächen mit dem Landkreis Oldenburg, dem Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), der Weser-Ems-Bus GmbH, der Gemeinde Ganderkesee und dem Bürgerbusverein nun die Lösung erarbeitet worden, statt des Midibusses ab August einen Niederflur-Solobus einzusetzen. Die entsprechenden Betriebskosten würden nur um 7000 Euro voneinander abweichen.

„Wir haben diese Änderung initiiert, weil der Bedarf einfach so stark gestiegen ist, dass der Bürgerbus ihm einfach nicht mehr gerecht werden kann“, erklärte Bürgerbus-Vorstand Rolf Kuhlmann auf Nachfrage. „Natürlich sind wir stolz darauf, dass es uns gelungen ist, innerhalb von wenigen Jahren eine so stark frequentierte Linie aufzubauen.“ Die Fahrgäste müssen allerdings wohl einige wenige Abstriche in Kauf nehmen. So sei die Streckenführung an einigen Stellen begradigt worden, weil der Bus mit 45 Sitzplätzen, der künftig zum Einsatz kommen werde, nicht so wendig ist, wie der kleine Bürgerbus. Während die Schleife über Falkenburg „ganz sicher“ erhalten bleibe, sei über den Abstecher nach Bergedorf noch nicht endgültig entschieden. Fraglich sei schließlich, ob auch künftig noch Elektro-Rollstühle befördert werden können.

„Die Fahrgastzahlen sind zwar noch nicht so, dass sich die Busunternehmer nun vor Freude die Hände reiben, aber für den Bürgerbus ist es in jedem Fall zu viel. Und die Kalkulationen haben ergeben, dass sich ein großer Bus auf dieser Strecke rechnet“, sagte Kuhlmann. Bis zum Jahresende benötigt die Gemeinde zunächst erstmal 27 000 Euro, über die die Politiker morgen zu entscheiden haben: 11 500 Euro für die Interimslösung von April bis August sowie 15 500 Euro für das Drittel, das die Gemeinde Ganderkesee im Anschluss zu stemmen hat. Diese Gelder sind bislang noch nicht im Haushalt verankert und sollen in den Nachtragshaushalt einfließen. Ab dem kommenden Jahr würden sich die Betriebskosten für den Bus auf der Linie 220 dann auf jährlich insgesamt 108 000 Euro belaufen. Die würden sich der Landkreis Oldenburg, der ZVBN und die Gemeinde teilen – also 36 000 Euro jährlich für jeden. 

„Den Bus, der dann frei wird, werden wir aber nicht stilllegen, sondern er wird andere Aufgaben übernehmen“, kündigte Kuhlmann an. So sei als allererstes daran gedacht, die Linie 222, die ebenfalls bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet ist, zu verstärken. Bis zum Jahresende werde sich der Verein zudem über weitere Angebote Gedanken machen, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Auch Kuhlmann machte jedoch keinen Hehl daraus, dass die Bürgerbus-Verantwortlichen schon konkrete Ideen im Hinterkopf haben würden: „Jede neue Linie muss aber mindestens 5000 Fahrgäste pro Jahr bringen, sonst wird das auch eine Frustveranstaltung für unsere Fahrerinnen und Fahrer“, erläuterte er.

So hoffen die Bürgerbus-Verantwortlichen, dass die Politiker auch jene 12 000 Euro noch bewilligen, die der Verein benötigt, um den frei werdenden Bus – möglicherweise dann auf einer neu konzipierten Linie – weiter fahren zu lassen. Doch Rolf Kuhlmann ist zuversichtlich, dass die Ratsgremien die Pläne mittragen: „Die Gemeinde hat inzwischen gelernt, dass der Bürgerbus wohl überlegt an die Dinge herangeht“, sagte er. Der Erfolg der vergangenen elf Jahre gibt ihm recht.

 

DK-online vom 17.3.2016

Ein Artikel von Thorsten Konkel

Lösung für überfüllte Linie 220

Ganderkeseer BürgerBus: Größeres Fahrzeug kommt

Ganderkesee. Im Ringen um eine Lösung für die überlastete Linie 220 haben sich der BürgerBus-Verein, Weser-Ems-Bus (WEB), der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) und der Landkreis am Donnerstagnachmittag auf ein neues Modell verständigt:

Demnach soll laut Vorstandsmitglied Hanna Otter-Sandstedt voraussichtlich nach den Osterferien ein von WEB gestellter größerer Bus mit bis zu 20 Plätzen zu Spitzenzeiten auf Teilstrecken der Linie 220 fahren. Übergangsweise wird der Verein ab Montag im Tandembetrieb , mit zwei eigenen Bussen und Fahrern auf Minijobbasis, sechs Touren auf der Linie 220 anbieten. Besonderen Andrang hatte es auf den Abschnitten Rethorn – Bahnhalt Ganderkesee und vom Bahnhalt nach Falkenburg gegeben. „Das nimmt jetzt den Druck aus dem Kessel, wir müssen sehen, wie es sich dann weiterentwickelt“, sagte Otter-Sandstedt am Donnerstag. Sie zeiget sich erleichtert, dass alle Beteiligten nun gemeinsam nach einer dauerhaft tragbaren Lösung für die zuletzt zu stark frequentierte Linie suchten. Wie berichtet, hatten insbesondere Flüchtlinge in der Gemeinde die Fahrgastzahlen auf der Linie 220 in den letzten Monaten stark ansteigen lassen. Das von Weser-Ems-Bus zu Spitzenzeiten eingesetzte Fahrzeug solle in Niederflurtechnik ausgelegt sein, „damit auch Menschen mit Behinderungen oder Senioren den Bus nutzen können“, betonte Hanna Otter-Sandstedt.

DK-Online vom 15.03.2016

Ein Artikel von Thomas Deeken

BürgerBus-Linie 220 in Ganderkesee

Ab Montag sechs Touren im Tandem mit bezahltem Fahrer

Ganderkesee. Ab Montag, 21. März, wird der BürgerBus-Tandembetrieb auf der Linie 220 in der Gemeinde Ganderkesee fortgesetzt. Schon am Donnerstag, 17. März, soll es ein Gespräch über langfristige Lösungen geben.

Rethorn. Der BürgerBus-Verein Ganderkesee setzt seinen Tandembetrieb auf der Linie 220 weiter fort. Ab Montag, 21. März, soll im zweiten Bus ein Fahrer sitzen, der einen Vertrag von der Weser-Ems Busverkehr GmbH (WEB) erhält, eine Woche lang im Einsatz ist und dafür bezahlt wird. Das haben Hanna Otter-Sandstedt, 1. Vorsitzende des Vereins, sowie der 2. Vorsitzende Rolf Kuhlmann am Dienstag in Rethorn nach einem Gespräch mit Thomas Schlüter, WEB-Niederlassungsleiter für die Region Nord, mitgeteilt. Insgesamt soll der Betrieb ab Montag auf sechs Touren pro Tag ausgeweitet werden. Laut BürgerBus-Vorstand übernehmen der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), der Landkreis und die Gemeinde Ganderkesee dafür die Kosten – rund 40.000 Euro im Jahr.

 

„Nur eine mittelfristige Behelfslösung“

 

Der Vereinsvorstand sei froh darüber, dass es eine Lösung für die Zeit ab Montag geben werde und dass „wir handlungsfähig bleiben“. Allerdings könne es sich dabei ebenfalls nur um eine mittelfristige Behelfslösung handeln. Wie es langfristig weitergehen könnte, soll am Donnerstag, 17. März, in einem ersten Gespräch mit Vertretern des Landkreises, des ZBVN, der Gemeinde Ganderkesee, der WEB und des BürgerBus-Vereins diskutiert werden. Lösungsansatz von Otter-Sandstedt und Kuhlmann: Kreis, Gemeinde und WEB sollen ein neues Konzept für die Linie 220 entwickeln, „mit größeren Kapazitäten, aber auch zu höheren Kosten“. Es sei allerdings wichtig, zunächst über brauchbare und flexible Lösungsansätze und erst danach über Geld zu diskutieren, so Kuhlmann.

 

Warnung vor Einstellung der Linie 220

 

In dieser ganzen Diskussion warnt er vor den Konsequenzen, falls man langfristig nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen werde: „Ohne zusätzliche Kapazitäten muss der BürgerBus auf der Linie 220 den Betrieb wegen Überfüllung einstellen.“ Das sei keine Drohung, sondern eine Erkenntnis. Denn selbst Tandemtouren würden später nicht ausreichen, um alle Fahrgäste zu befördern.

 

Rekord-Fahrgastzahlen durch Flüchtlinge

 

Die Fahrgast-Situation auf der Linie 220 zwischen Rethorn über Bookholzberg bis zum Ganderkeseer Bahnhof habe sich seit August vergangenen Jahres komplett zugespitzt, sagte der 2. Vorsitzende. Vor allem wegen der immer größer werdenden Zahl der Flüchtlinge in der Gemeinde habe sich die Zahl derjenigen, die mit der Linie 220 fahren wollten, von rund 14.000 im Jahr 2014 auf etwa 20.000 im vergangenen Jahr erhöht. Im Februar dieses Jahres sei erstmals die Marke von 2500 Fahrgästen pro Monat geknackt worden. Der Verein BürgerBus habe daraufhin mit Tandemfahrten für die Linie reagiert, weil pro Bus maximal acht Personen mitfahren dürfen. Anfangs hat es laut Kuhlmann drei Tandemtouren pro Tag gegeben, inzwischen sind es bis Freitag, 18. März, sogar vier. Das könne aber auf Dauer nicht ehrenamtlich bewältigt werden.

 

Bezahlte Fahrer aus dem BürgerBus-Team

 

Für das mittelfristige Projekt ab Montag würden vier Fahrer plus Ersatzkräfte aus dem BürgerBus-Team benötigt, die für ihren Einsatz etwa 300 Euro pro Monat erhalten würden. „Dreieinhalb Personen haben wir schon“, so die Vorsitzende, die bei der Vorstellung dieses Vorhabens in ihrem Verein zunächst auf große Unruhe und Kritik gestoßen sei. Ein großer Teil des 40 Fahrer starken Teams habe aber erklärt, dass beim BürgerBus das Ehrenamt weiterhin eine große Rolle spielen solle. Es sei aber auch klar, dass vieles wie Reinigung und Reparatur nicht ehrenamtlich, sondern nur mit professioneller Hilfe abzudecken sei.

Reaktion des BürgerBus-Vorstandes verständlich vonThomas Deeken

Ganderkesee. Auf der Linie 220 in der Gemeinde Ganderkesee fahren auch ab Montag Tandems. Das ist für den Vorstand des BürgerBus-Vereins nur eine mittelfristige Lösung. Ein Kommentar.

 

Sie haben sich monatelang im Stich gelassen gefühlt, waren mit Recht sauer darüber, dass es in der Gemeinde keine gemeinsamen Gespräche gegeben hat. Jetzt ergreifen Hanna Otter-Sandstedt und Rolf Kuhlmann vom BürgerBus-Verein die Initiative und haben zumindest eine mittelfristige Lösung parat, um Zeit zu gewinnen. Nun gilt es, mit allen Beteiligten Nägel mit Köpfen zu machen – und zwar schnell. Denn die Flüchtlinge, deren Zahl immer weiter steigt, sind jetzt da. Mit gültigem Ticket dürfen sie die Linie 220 ebenso nutzen wie andere Ganderkeseer Bürger. Das kann auf Dauer aber nur gutgehen, wenn die Kapazitäten erhöht werden. Und das kann nicht allein Aufgabe des BürgerBus-Vereins sein. Kaum auszudenken, wenn ein ehrenamtlicher Fahrer in die Zwickmühle käme, Fahrgäste wegen Überfüllung am Straßenrand stehen lassen zu müssen. Dann lieber die Linie aufgeben? Nicht schön, aber verständlich.

DK-Online vom 16.02.2016
Ein Artikel von Thomas Deeken

                                 Langfristige Lösung gesucht

Ganderkeseer BürgerBusse fahren weiterhin im Tandem

Sind auch in den nächsten vier Wochen im Tandem unterwegs: die BürgerBusse der Linie 220. Archivfoto: Thomas Breuer

Ganderkesee. Die Ganderkeseer BürgerBus-Fahrzeuge sind auf der Linie 220 auch in den nächsten vier Wochen weiterhin im Tandem unterwegs. Das hat Hanna Otter-Sandstedt, Vorsitzende des BürgerBus-Vereins, auf dk-Nachfrage mitgeteilt. In diesem Zeitraum müsse jedoch eine Lösung gefunden werden, wie es langfristig weitergehen soll. Schließlich hätten die ehrenamtlichen Fahrer bereits die Grenze der Belastbarkeit erreicht.

 

Seit Mitte Januar sind die Tandems auf Tour, weil immer mehr Fahrgäste das Angebot nutzen wollen – vor allem zahlreiche Flüchtlinge, die per Bus zu ihren Sprachkursen fahren wollen. Das Problem dabei, so Fachbereichsleiter Peter Meyer: Die ehrenamtlichen Fahrer dürfen maximal acht Fahrgäste im Bus mitnehmen. Mehr dürften nicht mit, das sei gesetzlich geregelt. Inzwischen sei es aber mehrfach vorgekommen, dass mehr Menschen mitwollten, aber nicht befördert werden durften und deshalb an der Straße stehenbleiben mussten. „Eine missliche Situation“, sagt Meyer. Und auch die BürgerBus-Vorsitzende ist verärgert – weil nicht alle Personen mitgenommen werden können „und weil keine langfristige Lösung in Sicht ist“.

 

„Kreis, Gemeinde und Weser-Ems-Bus in der Verantwortung“

 

Kreis, Gemeinde und der Strecken-Konzessionär Weser-Ems-Bus stünden in der Verantwortung, die Beförderung zu regeln. Sie selbst sehe sich innerhalb ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Pflicht, die Fahrten und den Einsatzplan der insgesamt drei Linien 220, 221 und 222 zu organisieren, so die Vorsitzende.

 

Jede Woche ein fester Fahrer

 

Gemeinsam mit weiteren BürgerBus-Mitgliedern habe Otter-Sandstedt inzwischen mehrere Gespräche mit den Fraktionen, mit der Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, der Verwaltung, der regioVHS und Christian Badberg vom Fachdienst Internes und Asyl geführt, um das Problem zu lösen. Ihr derzeitiges Angebot: Die beiden Busse der Linie 220 fahren noch bis Mitte März von montags bis freitags zwischen 10.48 Uhr und 16.45 Uhr drei Mal täglich die Tour ab. Pro Woche werde eine feste Person als Fahrer eingesetzt. Drei gebe es bereits, eine müsse noch gefunden werden, so die Vereinsvorsitzende, die davor warnt, die Ehrenamtlichkeit überzustrapazieren.

 

Vier Vorschläge

 

„Eine Patentlösung wird es wohl nicht geben“, glaubt Fachbereichsleiter Meyer: „Wir haben aber das Problem erkannt und arbeiten an Lösungen.“ Die ersten Ideen: Die regioVHS werde Sprachkurse so anbieten, dass Flüchtlinge nicht so häufig mit dem Bus fahren müssten. Außerdem soll geprüft werden, ob eine Zugfahrt über Delmenhorst eine Alternative für einige sein könnte. Darüber hinaus könnten Flüchtlinge und auch andere Fahrgäste morgens den zweiten Schulbus nutzen. Das ist laut Meyer mit dem VBN-Fahrschein möglich. Und noch ein Vorschlag ganz ohne Motor: Viele Flüchtlinge könnten auch mit ihrem Fahrrad zum Deutschkurs fahren.

                   Weiter an Belastungsgrenze

Lösung für BürgerBus in Ganderkesee steht aus

DK-online vom 28.01.2016

Ein Artikel von Thomas Breuer

Ganderkesee.

Für das ehrenamtliche BürgerBus-Team, das (wie berichtet) seit 18. Januar auf einigen Strecken Tandems einsetzt, um der steigenden Nachfrage Herr zu werden, ist noch keine Entlastung in Sicht.

In einem Gespräch des Vereinsvorstands mit der Bürgermeisterin und den Fraktionsvorsitzenden sei man sich am Mittwoch einig gewesen, dass eine schnelle Lösung gesucht werden muss, so die Vorsitzende Hanna Otter-Sandstedt. „Kurzfristig ist sie aber nicht in Sicht“, so ihre Einschätzung. Der Dialog mit dem Landkreis und dem Strecken-Konzessionär Weser-Ems-Bus müsse jetzt gesucht werden.

 

Tandems auch in nächsten zwei Wochen unterwegs

 

Otter-Sandstedt sagte, die Tandems würden auch in der nächsten und übernächsten Woche noch fahren, damit keine Fahrgäste stehen gelassen werden müssen. Für die ehrenamtlichen Fahrer ist das eine Herausforderung: Statt zehn von ihnen sind derzeit pro Woche 15 im Einsatz. Offenbar hat sich der Zuspruch vor allem dadurch erhöht, das viele Flüchtlinge das Beförderungsangebot nutzen. Seitens der Gemeinde ist deutlich gemacht worden, dass eine Beförderung von mehr als acht Menschen pro Bus strikt untersagt ist.

Bollerwagen statt Bus

NWZ-online vom 26.01.2016

Nicht per Bus, sondern zu Fuß unterwegs: die Aktiven vom Bürgerbus-Verein und ihre Partner

Bild: Karoline Schulz

Ganz ohne Bus, dafür aber mit Bollerwagen unterwegs waren am Sonntagvormittag Aktive des Ganderkeseer Bürgerbusvereins und ihre Partner. Zu Fuß ging es von der Vereinsgaststätte Menkens aus auf Kohltour durch Hoykenkamp. Angeführt wurde die Gruppe vom noch amtierenden Kohlkönigspaar Sylvia Riehl und Rainer Fleischer, die zwischendurch nicht nur einen Punsch zur Stärkung reichten, sondern auch Quizfragen rund um den Bürgerbus für die 58 Teilnehmer vorbereitet hatten. Zum Essen kehrten die Bürgerbus-Mitglieder anschließend bei Menkens ein. Auch im kommenden Jahr wird es wieder eine Kohlfahrt geben – dann aber unter der Leitung der neuen Majestäten Brigitte Ewald und Anton Keller.

WK vom 20.01.2016

Bürgerbus am Limit

Verein versucht, hohen Mobilitätsbedarf der Flüchtlinge zu bedienen / Dreimal täglich Tandemtouren

Die vielen Flüchtlinge in der Gemeinde Ganderkesee stellen auch den Bürgerbusverein vor zunehmende Probleme. Zwar sind die Verantwortlichen um die beiden Vorsitzenden Hanna Otter-Sandstedt und Rolf Kuhlmann stolz darauf, 2015 mit 39 500 Fahrgästen einen weiteren Passagier-Rekord verzeichnen zu können. „Dieser Erfolg ist aber zugleich das Problem. Immer häufiger wollen mehr als acht Fahrgäste mitfahren. Das sind zum großen Teil unsere erst kürzlich angekommenen Neubürger, die einen hohen Mobilitätsbedarf haben“, erklärt Kuhlmann. Allein auf der Linie 220, Bookholzberg – Ganderkesee habe es im vergangenen Jahr 6000 Einstiege mehr gegeben als noch 2014.

Die Bürgerbus-Verantwortlichen Hanna Otter-Sandstedt und Rolf Kuhlmann haben im Augenblick alle Hände voll zu tun, um vor allem den hohen Mobilitätsbedarf der Flüchtlinge zu bedienen. Allein zwischen Bookholzberg und Ganderkesee gab es im vergangenen Jahr 6000 Einstiege mehr als noch 2014. (PHOTOCUBE)

Seit Montag fahren bereits drei von sechs täglichen Touren mit einem zweiten Bus im Tandem. Kuhlmann: „So können wir alle Fahrgäste an ihr Ziel bringen. Durch eine Staffelung im Buslaufplan schaffen wir es zudem, dass unsere Fahrer auch mit sehr vielen Einstiegen ihre notwendigen Pausen in jeder Tour bekommen.“ Für diese Erweiterung der Kapazität benötigt der Bürgerbusverein keine zusätzlichen Genehmigungen, da man ja wie gehabt auf der konzessionierten Linie und nach dem genehmigten Fahrplan unterwegs ist. Kuhlmann: „Nur dadurch ist diese schnelle Reaktion auf den größeren Bedarf überhaupt möglich.“

Allerdings bedeute dieser Kraftakt nicht nur fünf zusätzliche Schichten (zu den zehn Routineschichten) pro Woche, sondern auch jede Menge zusätzliche Arbeit im Hintergrund – wie die Organisation des Fahrerteams und der Fahrzeuge. Für die erste Woche hätten sich ausreichend Freiwillige zu diesen Extradiensten gemeldet. Darüber hinaus entstehen natürlich auch höhere Kosten. Um von den verantwortlichen Stellen in Kreis, Gemeinde und beim Verkehrsunternehmen rasch die nötige Verstärkung zu bekommen, haben die Ehrenämtler am 11. Januar damit begonnen, alle Ein- und Ausstiege mit Haltestelle, Zeit und Datum zu zählen, um die Bedarfsspitzen zu erfassen.

Zu allem Überfluss hat der Bürgerbus zudem mit Widrigkeiten zu kämpfen, die vor allem Zeit im eng gestrickten Fahrplan kosten. Dazu zählen etwa die bevorstehenden Umleitungen in Bookholzberg oder an der Raiffeisenstraße. Weiterhin hätten jüngst mehrere Beinaheunfälle an der „Endlosbaustelle“ am Bahnübergang Ziegelweg in Rethorn Verunsicherung im Fahrerteam bewirkt. Der „Handbetrieb“ mit einem Streckenposten habe sich mehrfach als nicht immer zuverlässig erwiesen, und es sei davon auszugehen, dass sich die Situation bis März nicht verbessern werde.

Für die zahlreich zusteigenden Neubürger seien Euro-Scheine und Münzen sowie Fahrscheine und Fahrpläne noch ungewohnt, sodass die Fahrer zusätzliche Geduld aufbringen müssten, um den Fahrgästen das Prinzip zu erklären. Und schließlich beeinträchtige auch die winterliche Witterung die Betriebsabläufe. „Mit allen aufgezählten Extrabelastungen zusammen stoßen wir an unsere Grenzen. Deshalb kann diese Kräfte zehrende Notlösung auch nur für eine begrenzte Zeit durchgehalten werden“, will Kuhlmann den Ausnahmezustand keinesfalls zur Regel werden lassen. Man wolle lediglich den ÖPNV-Verantwortlichen Gelegenheit geben, schnell Lösungen mit höheren Kapazitäten zu entwickeln.

Stefan Bendrien vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) erklärt, dass Ganderkesee keinesfalls der einzige Bürgerbusverein sei, der gegenwärtig mit diesem Problem zu kämpfen habe. „Die Fahrer haben oft nicht nur das Problem, dass die Flüchtlinge häufig in größeren Gruppen an der Haltestelle stehen, sondern sie müssen ihnen dann auch noch vermitteln, dass nur acht Leute einsteigen dürfen und diese sich auch noch anschnallen müssen. Das kennen sie aus ihren Heimatländern oft ganz anders.“

Eine schnelle Patentlösung sieht Bendrien allerdings nicht. Durch Absprachen mit den Fahrgästen könne man möglicherweise erreichen, dass nicht alle zur selben Zeit mitfahren, sondern sich über den Tag besser verteilen. Auch Fahrdienste anderer ehrenamtlicher Einrichtungen, etwa der Kirchen, könnten sich als Zwischenlösungen anbieten. Es sei zwar auch möglich, dass die Verkehrsunternehmen – vor allem außerhalb der Spitzenzeiten am Morgen – größere Busse einsetzen würden, dies sei für die Kommunen oder die Landkreise aber mit entsprechenden Kosten verbunden. „Generell sind Bürgerbusse kein geeignetes Instrument, um den Mobilitätsbedarf von Flüchtlingen zu bedienen“, betont der Mann vom ZVBN.

„Deshalb bitten wir unsere Fahrgäste um Verständnis, wenn in diesen Wochen der Bus einmal nicht pünktlich sein kann oder Haltestellen wegen der Baumaßnahmen nicht bedient werden können“, sagt Kuhlmann. Gleichzeitig wünscht er sich, dass die zuständigen Stellen im Landkreis, in der Gemeinde und beim Verkehrsunternehmen Weser-Ems-Bus alle Kräfte mobilisieren, um die Situation zu verbessern.

DK vom 19.01.2016

Ein Artikel von Thomas Breuer

                   Viele Flüchtlinge fahren mit

BürgerBus in Ganderkesee stößt an Grenzen

Teilweise sind die BürgerBus-Fahrzeuge jetzt im Tandem unterwegs, um alle Passagiere befördern zu können. Foto: Thomas Breuer

Ganderkesee. Auf einigen BürgerBus-Strecken sind seit Montag, 18. Januar, Tandems unterwegs. Nur so seien alle Fahrgäste noch zu befördern.

Dem rein auf ehrenamtlicher Arbeit basierenden Modell BürgerBus droht der Motor heißzulaufen. Bedingt vor allem durch immer mehr Flüchtlinge, die auf das Angebot angewiesen sind, werden seit Montag drei der werktäglich sechs Touren als Tandem gefahren. Das heißt, zwei Fahrzeuge sind hintereinander unterwegs und können mit insgesamt 16 Sitzplätzen aufwarten.

„So können wir alle Fahrgäste an ihr Ziel bringen“, sagt Rolf Kuhlmann, stellvertretender Vorsitzender des BürgerBus-Vereins. Zudem bekämen die ehrerenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer auch bei sehr vielen Einstiegen ihre notwendigen Pausen pro Tour. Denn das Tandem wird nur eingesetzt, wo und wann es wirklich notwendig ist.

 

39.500 Fahrgäste in 2015 befördert

 

39.500 Fahrgäste beförderte der BürgerBus im vergangenen Jahr, die größte Zunahme war auf der Strecke der Linie 220 zwischen Bookholzberg und Ganderkesee zu verzeichnen. „Dieser Erfolg ist zugleich das Problem“, sagt Kuhlmann. Immer häufiger wollten mehr als acht Fahrgäste einsteigen.

Der Verein fordert nun mehr Unterstützung durch Kreis, Gemeinde und den Strecken-Konzessionär Weser-Ems-Bus, um der Lage Herr zu werden. Und damit sie sich durch die Nachfrage weiterer zu erwartender Flüchtlinge nicht noch verschärft. Seit 11. Januar lässt der Verein alle Ein- und Ausstiege mit Haltestelle, Zeit und Datum erfassen, um die Bedarfsspitzen zu ermitteln. Ein Gespräch mit Weser-Ems-Bus ist nach dk-Informationen terminiert.

 

Alter Bus zusätzlich eingesetzt

 

Möglich ist die zunächst auf wenige Wochen angelegte Ausweitung des Beförderungsangebots ohnehin nur, weil ein zum Verkauf stehender älterer Bus reaktiviert wurde. „Dieser Zeitgewinn soll den Verantwortlichen Gelegenheit geben, Lösungen mit höheren Kapazitäten zu entwickeln“, sagt Kuhlmann.

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