250.000 Fahrgäste in zehn Jahren befördert

Weser-Kurier 7.10.2015

 

von Jochen Brünner

 

Mit dem sprichwörtlichen großen (Bus)Bahnhof und einem Festakt mit rund 100 geladenen Gästen hat der Bürgerbusverein Ganderkesee gestern im Rathaus der Gemeinde seinen zehnten Geburtstag gefeiert. „Seit dem Start im Jahr 2005 haben wir mit Ehrenämtlern ein mittelständisches Unternehmen geschaffen“, wertete Vorsitzende Hanna Otter-Sandstedt in ihrer Ansprache die organisatorische und unternehmerische Leistung des Vereins.

Im nagelneuen WESER-KURIER-Bürgerbus stießen Hanna Otter-Sandstedt (rechts) und Rolf Kuhlmann (links) gestern mit Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, Wolfgang Schmidt vom Verein Pro Bür-gerbus Niedersachsen sowie ZVBN-Geschäftsführer Christof Herr auf den zehnten Geburtstag des Bürgerbusvereins in Ganderkesee an. Inzwischen befördert der Bürgerbus jährlich mehr als 30000 Fahrgäste – Tendenz weiter steigend. (INGO MOELLERS und Ingo Moellers)

Die Zahlen sprechen für sich: Rund 250000 Fahrgäste hat der Bürgerbusverein Ganderkesee seit seiner Gründung transportiert und dabei rund eine Million Kilometer zurück gelegt. 32000 Passagiere waren es allein im vergangenen Jahr, was bedeutet, dass – zumindest statistisch gesehen – jeder Einwohner Ganderkesees einmal im Jahr mit dem Bürgerbus fährt. Und wenn man bedenkt, dass die 20 Bürgerbus-Vereine im Gebiet des Zweckverbandes Bremen-Niedersachsen (ZVBN) 2014 rund 240 000 Fahrgäste befördert haben, dann liegt Ganderkesee mit seinen Passagierzahlen ganz weit vorn.

„Wenn es den Bürgerbus in Ganderkesee nicht geben würde, wären wir heute noch nicht so weit. Auch bei den qualitativen Anforderungen haben wir erheblich von den Erfahrungen aus Ganderkesee profitiert“, lobte ZVBN-Geschäftsführer Christof Herr auch die Pionierleistung des Teams um Hanna Otter-Sandstedt und den 2. Vorsitzenden Rolf Kuhlmann. Bei seiner Gründung war der Bürgerbusverein der Ganter-Gemeinde erst der dritte seiner Art im VBN-Gebiet.

In seiner Rückschau erinnerte Kuhlmann auch an die eine oder andere „Zitterpartie“ aus den Anfangstagen des Bürgerbusvereins. Nachdem die Delbus die Linien 221 und 222 zum Jahresende 2003 eingestellt hatte, war die Idee, den öffentlichen Personennahverkehr künftig weitgehend ehrenamtlich zu organisieren, zwar schnell geboren. Allerdings mussten erst einmal die politischen Gremien überzeugt werden. „Viele Politiker fürchteten damals ein Fass ohne Boden“, blickte Kuhlmann zurück. Erst im zweiten Anlauf habe der Rat dann endlich grünes Licht gegeben, allerdings mit einem stark beschnittenen Budget, das man mit Hilfe von Sponsoren wieder habe auffüllen können. „Da sind wir knapp davon gekommen“, meinte Kuhlmann.

Auch die Lieferung des ersten eigenen Busses habe sich um viele Monate verzögert. Trotzdem habe man im Oktober 2005mit einem geliehenen Bus den Betrieb aufgenommen und im November bereits 793 Fahrgäste befördert. Nachdem der Bus Ende 2006 dann endlich geliefert wurde, gab es 2007 insbesondere in den Morgenstunden auf der Fahrt zwischen Rethorn und Delmenhorst mehr Passagiere als freie Plätze. Deswegen entschlossen sich die Verantwortlichen, einen zweiten Bus anzuschaffen. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 eröffnete der Bürgerbus dann seinen Dienst auf der Linie 220, sodass nicht nur der Ort Ganderkesee, sondern auch abgelegenere Ortsteile wie Falkenburg oder Bergedorf in das Netz integriert wurden. Heute sind mit einem „ausgereizten sportlichen Fahrplan“ (Kuhlmann) etwa 80 Prozent der Einwohner der Gemeinde an den Bürgerbus angebunden. Diesen Dienst täglich anzubieten, bleibe eine dauernde Höchstleistung des Fahrerteams.

Otter-Sandstedt bezeichnete sich selbst als „Herz des Vereins“, und niemand mochte ihr in dieser Einschätzung widersprechen. Zwar deutete sie erneut an, dass sowohl sie als auch Rolf Kuhlmann sich ein Leben nach dem Bürgerbus vorstellen können. Beide wissen aber auch, dass die Fußstapfen des Führungs-Duos inzwischen so groß geworden sind, dass zumindest ein abrupter Rückzug nicht in Frage kommen kann, ohne den Fortbestand des Vereins ernsthaft zu gefährden. Aber davon war gestern keine Rede.

Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas gestand, dass auch sie ihre Zweifel gehabt habe, ob das Prinzip „Bürger fahren Bürger“ dauerhaft funktionieren würde. Doch die Zuverlässigkeit der Fahrer im Verbund mit einem mutigen und engagierten Vorstand hätten den Bürgerbus längst zu einem Erfolgsprojekt gemacht.

Das größte Geburtstagsgeschenk hat sich der Verein aber wohl selbst gemacht. Während des Festaktes stand es im Nieselregen vor der Tür: der nagelneue Bus nämlich, der ab heute im regulären Linienverkehr im Einsatz sein wird. Auch er wurde wieder bei der österreichischen Kutsenits Handels- & Buskonstruktions GmbH in Auftrag gegeben und im Werk des Unternehmens in Slowenien auf die speziellen Bedarfe hin angefertigt.

Der Ammerländer Wolfgang Schmidt von Verein Pro Bürgerbus Niedersachsen überreichte den Jubilaren eine spezielle Rhododendron-Züchtung: Die Sorte „Fahrgastii“ sei bekannt dafür, dass sie besonders viele Knospen entwickele, und

in diesem Sinne möge sich auch der Ganderkeseer Verein weiter entwickeln.

WK

Mittwoch 29.07.2015

Sperrungen, Umleitungen und Störungen plagen Bürgerbusverein
 
 
 

„Pünktlichkeit beeinträchtigt“

Technische Störungen sowie Sperrungen und Umleitungen machen gegenwärtig dem Bürgerbusverein Ganderkesee zu schaffen, sodass es nicht immer möglich sei, sämtliche Fahrpläne pünktlich einzuhalten. Insbesondere auf der Linie 220 (Bookholzberg – Ganderkesee) habe es zuletzt häufiger Störungen des elektrischen Systems gegeben, teilte Rolf Kuhlmann, stellvertretender Vorsitzender des Bürgerbusvereins, jetzt mit. Weiterhin hätten Umleitungen im Zusammenhang mit der Grüppenbührener Straße und der Raiffeisenstraße zu Verzögerungen geführt.

Auch die angekündigte Sperrung der B 212 wird die Pünktlichkeit des Bürgerbusses mit Sicherheit beeinträchtigen“, kündigt Kuhlmann an. Auch ohne technische Störungen sei mit Verspätungen zu rechnen. „Natürlich hoffen wir, dass diese Verspätungen in jeder einzelnen der sechs Touren pro Tag wieder aufgefangen werden können, sodass sie sich nicht über den ganzen Tag addieren“, hofft er. Die „kleine“ Umleitung um Bissen herum erlaubt es allerdings, dass der Bürgerbus auch während der Bauarbeiten sämtliche Haltestellen zwischen Bookholzberg und Ganderkesee bedienen könne.

Kuhlmann verspricht, dass die technischen Störungen an den Bussen Anfang September ein Ende haben werden, wenn der Verein einen neuen Bus bekomme. „Bis dahin müssen wir leider mit kleinen oder auch größeren Pannen bei den alten Fahrzeugen rechnen. Unsere Fahrerinnen und Fahrer zusammen mit dem Betriebsleiter versuchen selbstverständlich, Ausfälle so schnell wie möglich zu beheben. Unsere Werkstatt bemüht sich, vorbeugend aktiv zu sein – aber alle Fehler sind eben nicht vorhersehbar“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende.

 

DK-Online

Freitag 17.04.2015

Linie 220 fährt Fahrgastrekord ein

 Der Ganderkeseer Bürgerbus fährt mit Rekordzahlen auf der Linie 220 durch die Gemeinde. Der Vorstand verhandelt deshalb mit der Gemeinde über ein zusätzliches Fahrzeug.

 

 

Als Vorstand ehrenamtlich aktiv für die Mobilität der Ganderkeseer: (vorne von links) Rolf Kuhlmann, Hanna Otter-Sandstedt und Günter Prüß, (hinten von links) Thomas Herrmann, Gabriela Brand, Heinz Otter, Monika Beinker und Dietrich Helmers. Foto: Andreas Nistler

Die aktuelle Fahrgaststatistik stellt beim Bürgerbus Ganderkesee die Dinge auf den Kopf. Die Linie 220 hat die aus dem Nordosten der Gemeinde nach Delmenhorst führenden Linien 221 und 222 überholt. „Wer hätte das gedacht?“, fragte die Vereinsvorsitzende Hanna Otter-Sandstedt am Mittwochabend in der Jahreshauptversammlung in Lüschens Bauerdiele. „Langer Atem zahlt sich aus“, ergänzte sie. Den Spott der Kritiker bei der Einführung der Linie 220, die von Bookholzberg über die Dörfer nach Ganderkesee und zurück führt, es werde „warme Luft durch die Landschaft geschaukelt“, hat sie nicht vergessen.

In den letzten drei Monaten wurden jeweils mehr als 3300 Fahrgäste gezählt. Für das Plus führt Otter-Sandstedt vor allem zwei Gründe an: Die Linie 220 hat Haltestellen in Hollen und Falkenburg. Dort wohnen Flüchtlinge, die in Ganderkesee Deutsch-Kurse besuchen. „Und wir haben erfolgreich Senioren als Fahrgäste umworben“, ergänzt sie.

Mehr Fahrgäste und mehr Ältere, die häufig mit Rollator oder Rollstuhl einsteigen wollen: Das ergibt Platzprobleme, die möglicherweise den Einsatz eines zusätzlichen Busses erforderlich machen. Darüber redet der Vorstand zurzeit mit der Gemeinde, und dafür werden die Fahrgastzahlen noch einmal genau erfasst.

Im laufenden Jahr stehen für den Bürgerbusverein zwei besondere Ereignisse an: Im Sommer gibt es Ersatz für einen altersschwachen Bus, und im Oktober wird das zehnjährige Bestehen gefeiert. Zwischendurch gibt es Veranstaltungen zur Pflege der Gemeinschaft, zum Beispiel das Grillen beim Dorfgemeinschaftshaus Elmeloh.

Jürgen Kolata ist als dritter Vorsitzender ausgeschieden; für ihn rückt Günter Prüß nach. Neu im Beirat sind Wolf Manetté und Dietrich Helmers.

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Die Ganderkesee-App, jetzt mit dem neu eingerichteten BürgerBus-Auftritt. Dort sind ab sofort neben einigen Fotos auch der Gesamtstreckenplan und die Fahrpläne für die drei Strecken abrufbar.
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