2006-12-22 - Ganderkesee
Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Rolf Kuhlmann testet den Einstieg an der neuen Haltestelle beim Altenheim ,,Waldschlösschen" in Stenum. FOTO: lars laue

Bürgerbus-Verein bietet nun noch mehr Service

Es gibt eine neue Haltestelle und die Mittagspause fällt weg

Die Verantwortlichen haben ihren Fahrplan zudem besser auf die Bahn abgestimmt. Die Delbus aber habe dabei leider nicht mitgemacht.
Von Lars Laue
ganderkesee. Der Bürgerbus-Verein befindet sich mit seinem ehrenamtlichen Angebot, die Menschen aus Rethorn und Schierbrok an die Stadt Delmenhorst anzubinden, nicht nur auf Erfolgskurs, sondern der Verein hat sein Serviceangebot zum jetzt vollzogenen Fahrplanwechsel noch weiter ausgebaut. Wie der stellvertretende Vereinsvorsitzende Rolf Kuhlmann mitteilt, gibt es gleich drei Neuerungen.
Erstens: Auf dem Parkplatz des Altenheimes ,,Waldschlösschen" in Stenum gibt es eine zusätzliche Haltestelle. Dank gelte Hans-Hermann und Hartmut Schlüter, Eigentümer des Gebäudes, für die schnelle und unbürokratische Einrichtung des Haltepunktes, der den Bewohnern nun einen bequemen Einstieg in den Niederflurbus des Vereins ermögliche.
Zweitens: Die Mittagspause des Bürgerbusses gibt es nicht mehr. ,,Wir erweitern damit unser Fahrangebot und vermeiden, dass Fahrgäste in Delmenhorst allzu lange auf eine Rückfahrt aus der Stadt warten müssen", betont Kuhlmann.
Drittens: Der Verein hat seine Fahrzeiten besser auf den Fahrplan der Bahn abgestimmt, was insbesondere den Pendlern entgegenkommen dürfte. Als ,,unbefriedigend" seien unterdessen leider die Gespräche mit der ,,Delbus" gelaufen, die bei den Abstimmungen der Fahrpläne nicht mitgemacht habe.
Kuhlmann wies im Gespräch mit dem dk zudem darauf hin, dass der Ganderkeseer Verein das Bürgerbus-Logo aus Weyhe übernehme. Die Schilder an den Haltestellen würden voraussichtlich ab Januar nach und nach ausgetauscht.

2006-10-04 - Ganderkesee
,,Wir haben unser Ziel erreicht": Hanna Otter-Sandstedt.
Die Linien des Bürgerbus. Grafik: PE
Erfolgsbilanz nach einem Jahr: v.l. Vorsitzende Hanna Otter-Sandstedt, Rolf Kuhlmann (Vorstand), Fahrerin Christa Duesmann, Jürgen Kolata und Harald Grothe (beide Vorstand). FOTO: michael Korn (3 Bilder)

Wichtige soziale Funktion

Bürgerbus

Über 200 Behinderte nutzen den ehrenamtlichen Bürgerbus Monat für Monat. Das Altenheim Waldschlösschen bekommt eine Haltestelle.
Von Michael Korn
ganderkesee. Der Bürgerbusverein sieht sich auf ganzer Linie erfolgreich: Über 1000 Fahrgäste im Monat auf den Linien 221 und 222 von Rethorn und Schierbrok nach Delmenhorst machten deutlich, ,,dass wir unser Ziel erreicht haben". Heute vor einem Jahr ist der von ehrenamtlichen Engagement getragene Bürgerbus an den Start gegangen. Anlässlich dieses Geburtstags zog der Vereinsvorstand jetzt Bilanz - und gab sogar Ausblick auf eine Angebotserweiterung.
Die Vorsitzende Hanna Otter-Sandstedt sowie die Vorstandsmitglieder Rolf Kuhlmann, Jürgen Kolata und Harald Grothe bekräftigten, dass die beiden Linien gut angenommen würden. Der feste Fahrplan erreiche die Zielgruppe ältere Bürger und Mütter oder Väter mit Kinderwagen. Ausdrücklich dankt der Vorstand seinen 73 Mitgliedern sowie den Mitgliedsvereinen, den 23 Fahrern, den Sponsoren, der Gemeinde, dem Landkreis, dem Kooperationspartner Weser-Ems Bus sowie dem Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen.
Nach anfänglichen Problemen vor allem mit dem ersten Fahrzeug erfreute sich der Bürgerbus steigender Nachfrage. Im März beförderte der Acht-Sitzer (ein behindertengerecht umgebauter Fiat Ducato mit Niederflureinstieg) sogar über 1400 Fahrgäste. Zahlen, die andere Bürgerbusvereine nicht erreichten. Bemerkenswert sei ferner, dass monatlich auch über 200 Behinderte das öffentliche Fahrangebot nutzten. Mittlerweile hat der Bus nach acht Monaten 44000 Kilometer auf dem Tacho.
Zum nächsten Fahrplanwechsel Mitte Dezember erweitere der Bürgerbus sein Angebot: Abfahrtzeiten würden an die Bahn angepasst, am Seniorenheim Waldschlösschen in Stenum werde eine neue Haltestelle für die Linie 222 eingerichtet und zudem werde die Mittagspause abgeschafft. Dadurch entfalle vor allem eine längere Wartezeit auf der Linie 221.
Hanna Otter-Sandstedt bekräftigte, es würden weitere ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer gesucht, die bereit sind, sich zwei Mal einen halben Tag im Monat hinters Steuer zu setzen. Voraussetzung sei Führerscheinklasse 3. Die 300 Euro für die erforderliche Beförderungsbescheinigung übernehme der Verein. Kontakt über Tel. 04223/8575.
Finanziert wird der Bürgeraus aus Zuschüssen von Gemeinde (10000 Euro im Jahr) und Landkreis (6000 Euro) sowie Sponsorengeldern und Fahrkartenverkauf (nach VBN-Tarif).



interview
dk: Der Bürgerbus ist mit hohen Fahrgastzahlen gut in Fahrt. Könnten es noch mehr Gäste sein?
Hanna Otter-Sandstedt (Vorsitzende Bürgerbusverein): Es gibt weitere Bedarfe, beispielsweise am Krankenhaus Stenum. Wir müssten aber um sechs Uhr an der Klinik sein und das schaffen wir ohne dritte Schicht nicht. Wichtig ist auch ständige Öffentlichkeitsarbeit. Wir müssen immer wieder deutlich machen, wie Bürgerbus funktioniert. Viele Leute denken, wir kriegen Gehalt.
Ursprünglich gab es auch viele Kritiker....
,,Wir haben unser Ziel, Bedarf zu decken, erreicht. Die pessimistischen Stimmen haben sich bis hin in die Politik reduziert."
Der Vorwurf lautete: Der Bürgerbus zieht doch nur Kunden aus Ganderkesee zum Einkaufen nach Delmenhorst ab.
Der Mittwoch ist zwar wegen des Wochenmarkts der stärkste Tag. Aber Kaufkraftabfluss spielt keine Rolle. Ältere Frauen machen doch keinen Großeinkauf. Außerdem haben viele Geschäfte in Delmenhorst morgens geschlossen. Vor dem Bürgerbus war das 40 Jahre lang auch kein Thema. Es geht auch nicht nur ums Einkaufen, sondern auch um soziale Kontakte
Fährt der Bürgerbus auf Dauer?
Wir wollen nicht nur zwei Jahre fahren, sondern langfristig und den Bürgern ein verlässliches Angebot machen. mik


Von Bürgern für Bürger - das ist das Motto des Ganderkeseer Bürgerbusses, der in erster Linie dank ehrenamtlichen Engagements an den Start gehen konnte und seitdem auf Erfolgskurs steuert. Natürlich ist das öffentliche Mitfahrangebot ein Zuschussbetrieb, fördern doch Gemeinde und Landkreis den Bürgerbus mit jährlich zusammen 16000 Euro aus Steuergeldern. Doch diese Summe bleibt im Rahmen, vor allem wenn bedacht wird, dass damit eine konkrete Bedarfslücke geschlossen wird. Der Bürgerbus löst dabei nicht nur ein einfaches Transportproblem für viele Bewohner, sondern er nimmt eine wichtige soziale Funktion wahr, die offenkundig von den Kritikern im Vorfeld so nicht erwartet worden war: Vielen älteren sowie behinderten Ganderkeseern wird ein großes Stück Mobilität zurückgegeben, das Aufnahme und Pflege sozialer Kontakte ermöglicht. Der Bürgerbus mit seinem Macherteam ist ein Paradebeispiel dafür, welche wachsende Bedeutung angesichts leerer öffentlicher Kassen künftig ehrenamtliche Tätigkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen einnehmen wird.
2006-07-07 - Ganderkesee
Der Bürgerbus verbindet den Norden der Gemeinde mit Delmenhorst. grafik: public emotions
Seit Ende Januar ist dieser Fiat-Niederflurbus im Einsatz. Er hat Platz für acht Fahrgäste, die bei Bedarf über eine Rampe stufenlos ein- und aussteigen können. FOTOs: lars laue
Gestern Abend frisch gewählt: Der Vorstand des Bürgerbus-Vereins mit den Vorsitzenden Rolf Kuhlmann, Hanna Otter-Sandstedt und Harald Grote (v.l.). (3 Bilder)

Bürgerbus auf Erfolgkurs

Wiedergewählte Vorsitzende zieht auf Mitgliederversammlung positive Bilanz

Das Angebot werde immer besser angenommen. Mittlerweile nutzen jeden Monat über 1000 Fahrgäste den Bürgerbus, hieß es gestern Abend bei einer Versammlung des Vereins.
Von Lars Laue
ganderkesee. Mit 1435 Fahrgästen, die im Monat März den Bürgerbus genutzt haben, hat der 67 Mitglieder starke Verein seinen vorläufigen Spitzenwert erreicht. Waren es zum Start Ende vorigen Jahres jeden Monat knapp 800 Fahrgäste, steuert der ehrenamtlich tätige Bürgerbus-Verein seit Beginn dieses Jahres stets stark auf die 1000er-Marke zu. Nicht nur im März, sondern auch im April und im Mai lagen die Fahrgastzahlen sogar deutlich über der 1000er-Marke. Diese Erfolgsbilanz hat die frisch wiedergewählte erste Vorsitzende Hanna Otter-Sandstedt gestern Abend bei der Mitgliederversammlung des Vereins im Gasthaus ,,Lüschens Bauerndiele" in Stenum gezogen.
Am 4. Oktober vorigen Jahres hatte der Bürgerbus seinen Betrieb mit 14 Fahrern aufgenommen. Heute sind es 23 ehrenamtliche Helfer, die den Menschen im Norden der Gemeinde durch ihren Pendelverkehr zwischen Rethorn beziehungsweise Schierbrok und Delmenhorst wochentags ein Stück ihrer Mobilität zurückgeben.
,,Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung", betonte Otter-Sandstedt und verband ihre Freude mit der Hoffnung, dass die Zahlen im Winter noch weiter ansteigen mögen. Gerade die Linie von Schierbrok nach Delmenhorst und zurück könne noch etwas Zuwachs vertragen.
Die vielen Nutzer des Bürgerbusses brauchen laut Otter-Sandstedt indes nicht zu fürchten, in naher Zukunft wieder ohne Busverbindung dazustehen. ,,Das Projekt ist durch Landeszuschüsse und die gute Entwicklung der Fahrgastzahlen langfristig finanziell gesichert", bekräftigte die Vorsitzende gegenüber dieser Zeitung. Bürgermeister Gerold Sprung und Landrat Frank Eger bedankten sich bei allen Beteiligten für ihr ehrenamtliches Engagement: ,,Macht weiter so."

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