Neue Fahrer dringend gesucht

Weser-Kurier 28.1.2019 online

von Jochen Brünner

Der Bürgerbus Ganderkesee sucht dringend neue Fahrerinnen und Fahrer. Um alle Schichten ideal besetzen zu können, werden 40 Chauffeure benötigt. Gegenwärtig gibt es aber nur 31.

 

 

Von Beginn an haben Hanna Otter-Sandstedt und Rolf Kuhlmann den Bürgerbusverein Ganderkesee geprägt. Im April wollen sie nun ihre Ämter abgeben – für den Verein endet damit eine Ära. Außerdem sucht der Bürgerbus gerade einmal wieder dringend neue Fahrer. (PHOTOCUBE)

ach einem im Großen und Ganzen ruhigen Jahr 2018 beginnt das neue Jahr für den Bürgerbusverein Ganderkesee mit einem laut Vorstandsmitglied Rolf Kuhlmann „beunruhigend großen Problem“: Das ehrenamtliche Fahrerteam ist gegenwärtig am Limit – weitere Fahrerinnen und Fahrer für den Bürgerbus werden dringend gesucht. „Um die 84 bis 88 Schichten pro Monat besetzen zu können, brauchen wir idealerweise 40 Fahrerinnen und Fahrer. Gegenwärtig stehen aber nur 31 zur Verfügung. Die Lücke ist also ziemlich groß“, erklärt Kuhlmann.

Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, bedeutet das für die verbliebenen aktiven Fahrer, dass sie häufiger zum Einsatz kommen. „Darauf können wir aber nicht langfristig bauen. Ziel sollte bleiben, dass sich der Einsatz auch weiterhin auf zwei halbe Tage pro Monat beschränkt“, sagt der Bügerbus-Vorstand. Das habe sich in all den Jahren, in denen der Bürgerbus unterwegs ist, bewährt.

Die formalen Voraussetzungen für das Fahren des Bürgerbusses sind unverändert: Interessenten benötigen einen normalen PKW-Führerschein, ein Polizeiliches Führungszeugnis sowie einen Personenbeförderungsschein, der auch einen Gesundheitscheck beim Verkehrsarzt beinhaltet. Der Verein organisiert sämtliche Schulungen und übernimmt auch alle anfallenden Kosten. „Die Vorbereitungen einschließlich Fahrtraining dauern sechs bis acht Wochen“, sagt Kuhlmann. Darüber hinaus sei persönliches Engagement für den Bürgerbus gefragt. „Zudem haben wir ein reges Vereinsleben, das weitere Impulse gibt.“

Bei der Jahreshauptversammlung im April wird der Bürgerbusverein zudem eine neue Ära einläuten. Ursprünglich wollten die Vorsitzende Hanna Otter-Sandstedt und der zweite Vorsitzende Rolf Kuhlmann ihre Ämter bereits vor zwei Jahren abgeben, was allerdings aus verschiedenen Gründen scheiterte. Nun ist der Wechsel an der Spitze vereinsintern so weit vorbereitet, dass er auch vollzogen werden kann. Auch ein Nachfolger für den langjährigen Betriebsleiter Heinz Otter sei gefunden. Als Konstante bleibe der bisherige dritte Vorsitzende Günter Prüß dem Vorstand erhalten. „Um den Betriebsleiter zu entlasten, haben wir vor etwa einem Jahr einen achtköpfigen Bereitschaftsdienst eingerichtet. Dessen Mitglieder stehen den Fahrern abwechselnd als 'Hotline' zur Verfügung und kümmern sich um deren Belange. Das Prinzip hat sich inzwischen bewährt“, sagt Kuhlmann.

Initiative für Kurzstreckentarif

Mittelfristig möchte der Bürgerbus seinen Fahrgästen einen Kurzstreckentarif anbieten. Der wäre etwa für ältere Fahrgäste attraktiv, die von einem Seniorenheim nur kurz zum Einkaufen in den Ort fahren wollen. Das entsprechende Ticket bedarf aber der Zustimmung des Verkehrsverbundes Bremen-Niedersachsen (VBN). „Im VBN läuft zum Thema Kurzstrecke gerade eine größere Studie, deren Ergebnisse wir zunächst abwarten“, sagt Kuhlmann. „Sollte die negativ ausfallen, werden wir gemeinsam mit anderen Vereinen aber trotzdem noch einmal einen Vorstoß in diese Richtung unternehmen“, kündigt er an.

Mit der Entwicklung der Linie 223, die jetzt seit zwei Jahren auf der Strecke ist, ist Kuhlmann unterdessen zufrieden: „Wir sind mit etwa 5000 Fahrgästen im Jahr gestartet, im vergangenen Jahr waren es etwa 7000. Wir hatten nie die Erwartung, damit die Fahrgastzahlen der Linie 220 zu kompensieren. Für uns ist die 223 vor allem deshalb erfolgreich, weil sie das Netz vervollständigt.“ Wichtig sei, dass die Linie immer noch wachse. „Aber bei 10 000 Passagieren pro Jahr wird wohl Schluss sein“, gibt sich Kuhlmann realistisch. Frequenzbringer des Bügerbusses bleiben die Linien 221 und 222, die es zusammen auf etwa 20 000 Fahrgäste bringen.

Das Netz aus den Linien 221, 222 und 223 – ergänzt durch die ehemalige Bürgerbus-Linie 220, jetzt Hutfilter – verbindet fast alle Ganderkeseer Ortsteile miteinander. Zudem pendeln die Busse aus der Ganter-Gemeinde nach Delmenhorst. So sind etwa das Josef-Hospital und das Einkaufszentrum „Neues Deichhorst“ an das Netz angebunden. Die modernen Kleinbusse bieten Platz für große und kleine Leute, Kinderwagen, Rollatoren, Rollstühle und was die Fahrgäste sonst noch mitnehmen möchten. Die Busse sind an allen Werktagen zwischen 7 und 19 Uhr für jedermann unterwegs. „Der Bürgerbus ist eine feste Größe geworden und aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken“, sagt Kuhlmann.

Wer Interesse hat, das Fahrerteam des Bürgerbusses zu verstärken, sollte Hanna Otter-Sandstedt unter Telefon 0 42 23 / 85 75 kontaktieren oder an jedem letzten Mittwoch im Monat einfach zu einem Fahrertreffen in der Gaststätte Menkens Hoykenkamp kommen.

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